Der Spitzwegerich lässt sich recht einfach an seinen langen, schmalen Blättern erkennen, die fünf auffällige Längsrippen an der Unterseite haben. Im Gegensatz zu diesen sind die Blätter des Mittleren Wegerichs behaart.

Artname: Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Standort: Fettwiesen, Weiden, Parkrasen, Ödflächen, Wege, Äcker; höchstens mäßig nährstoffreiche, meist tiefgründige Böden

Wissenswertes:

Der lat. Name setzt sich zusammen aus planta = Fußsohle, Pflanze und agere = bewegen. Und auch die Indianer Nordamerikas, wo die Pflanze bis dahin nicht vorkam, nannten sie „Fußstapfen der Bleichgesichter“ bzw. „Engländer-Fuß“, denn sie war plötzlich überall dort zu finden, wo die Einwanderer im wahrsten Sinne des Wortes ihren Fuß gesetzt haben. Denn sobald der Samen etwas aufquillt, bleibt er an Tieren ebenso haften wie an Schuhsohlen oder gar Reifen.
Verwendung: Spitzwegerich ist bereits seit dem Altertum als wertvolle Heilpflanze bekannt und wird als gutes Husten- und Bronchialmittel eingesetzt. Zudem scheint er antibiotische Stoffe zu besitzen, da sein Saft wenig oder gar nicht schimmelt.
In der Volksmedizin wird es zudem als Wundauflage verwendet. Unbestritten ist seine Wirksamkeit bei Schwellungen und Juckreiz durch Insektenstiche: Dazu einfach Blätter zerreiben und auf die Stelle legen.

Spitzwegerich-Sirup (traditionelles Apothekerrezept)

1 l Glas mit fest zusammengedrückten Schichten von frischen aber trockenen Spitzwegerichblättern gefüllt, welche Schicht für Schicht mit Honig übergossen werden. Ist das Glas voll, wird es über Nacht beiseite gestellt. Die entstandenen Hohlräume werden am nächsten Tag wieder mit Honig aufgefüllt. Das Glas dann mit mehreren Schichten Pergamentpapier, die mit Draht um den Glashals fixiert werden, verschließen. Das Glas in ein 50 cm tiefes Erdloch stellen, den Papierdeckel noch mit einem Holzbrettchen beschweren. Danach das Erdloch zuschütten und markieren (!) und 3 Monate abwarten. Nach der Reifezeit wieder ausgraben und die Blätter ausfiltern und gut auspressen. Den Sirup in dunkle Flaschen füllen und kühl lagern.