Laut EU Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP)  Gesundheitsschädlich!

 

Benzoesäure (gesprochen: Benzo-e-säure) ist eine aromatische Carbonsäure. Sie besteht aus einem Phenylrest mit einer Carboxygruppe. Die Salze und Ester der Benzoesäure werden Benzoate genannt.

Die Benzoesäure wurde nach ihrem Ausgangsmaterial, dem Benzoeharz, benannt. Diese Bezeichnung wiederum ist malaysischen Ursprungs und hieß ursprünglich "lubân djawi" = Weihrauch von Java. Mit der gleichnamigen Droge wanderte der Name nach Westen, zunächst in den Mittelmeerraum. Aus dem Fortfall des Anlautes lu-wurde über banjawibeijoimbelzui, schließlich benzoe.

Als ein Hauptbestandteil des Harzes Benzoe ist Benzoesäure in Weihrauch – vorwiegend im russisch-orthodoxen Raum – enthalten. Benzoe ist das Harz zweier Baumarten aus der Gruppe der Storaxbaumgewächse (Styracaceae), der „Siam-Benzoe“ (Styrax tonkinensis) und der „Sumatra-Benzoe“ (Styrax benzoin), die beide in Südostasien beheimatet sind.Benzoesäure ist auch als organische Säure in Preiselbeeren, Heidelbeeren und vielen anderen Früchten enthalten. Sie ist darüber hinaus sowohl in Honig als auch in Joghurt, Sauermilch und Käse zu finden. Die in diesen Lebensmitteln enthaltenen Mengen Benzoesäure spielen jedoch im Vergleich zu den in Form von Konservierungsstoffen aufgenommenen Mengen keine Rolle.

Benzoesäure hemmt in sauren Lebensmitteln das Wachstum von Hefen und Bakterien. Sie wird daher oft in Kombination mit der auch gegen Schimmel wirksamen Sorbinsäure (E 200) eingesetzt. Die antimikrobielle Wirkung der Benzoesäure wird durch Kochsalz, Acetate und Sulfite verstärkt, weshalb sie oft in essigsauren Lebensmitteln und in Kombination mit Schwefelverbindungen zum Einsatz kommt.

 

Herstellung

Benzoesäure wird durch eine chemische Reaktion aus Toluol synthetisiert.

 

Einsatz

Benzoesäure ist nur für bestimmte Lebensmittel zugelassen. Dazu gehören unter anderem:

  • alkoholfreies Bier im Fass; Spirituosen (max. 200 mg/kg)
  • zuckerreduzierte Konfitüren, Marmeladen, Gelees (max. 500 mg/kg)
  • Oliven (max. 500 mg/kg)
  • Aspik
  • Eiermalfarben

Zusätzlich ist der kombinierte Einsatz von Benzoe- und Sorbinsäure zugelassen, wobei ein gemeinsamer Höchstmengenwert gilt:

  • kandierte oder glasierte Früchte (max. 1.000 mg/kg)
  • in Essig, Öl oder Lake eingelegtes Gemüse (max. 2.000 mg/kg)
  • Fischkonserven, Trockenfisch und andere Fischerzeugnisse (200 – 2.000 mg/kg)
  • Garnelen (max. 6.000 mg/kg)
  • Kaugummi (max. 1.000 mg/kg)
  • Diätlebensmittel für Übergewichtige (max. 1.500 mg/kg)

Benzoesäure wird darüber hinaus in Kosmetika und medizinischen Salben eingesetzt.