auch: Pimaricin

Natamycin ist ein von Schimmelpilzen gebildeter Wirkstoff, der antibiotisch auf Hefen und Schimmelpilze, nicht jedoch Bakterien wirkt. Der Konservierungsstoff ist daher besonders für Lebensmittel geeignet, die am Ende ihrer Herstellung einen Reifeprozess durchlaufen.

Herstellung

Natamycin wird biotechnologisch aus Schimmelpilzen der Gattung Streptomyces gewonnen. Der Einsatz gentechnisch veränderter Kulturen ist möglich.

Enthalten

Natamycin ist ausschließlich für die Behandlung der Oberflächen der folgenden Lebensmittel zugelassen. Dabei gilt eine Höchstmenge von 1 mg pro Quadratdezimeter. Der Konservierungsstoff darf zudem 5 mm unter der Oberfläche des Lebensmittels nicht nachweisbar sein.

  • Hart- und Schnittkäse
  • Getrocknete Würste
  • Gepökelte Würste

In einigen Nicht-EU-Ländern ist der Einsatz von Natamycin auch für andere Lebens- und Genussmittel zugelassen, z. B. für Wein. Das Natamycin dient dabei einerseits zum Unterbrechen der Gärung bei einem bestimmten Restzuckergehalt und andererseits als Schutz gegen unerwünschte mikrobielle Einflüsse nach der Gärung durch Schadorganismen. Um eine Wirkung zu erzielen, ist in etwa ein Zusatz von 10 mg/l Natamycin zum Produkt notwendig.

In der EU ist die Verwendung von Natamycin ausser für die oben genannten Produkte (Käse, Würste) nicht zugelassen. Produkte, die von außerhalb der EU eingeführt werden, müssen somit frei von Natamycin sein.

Verwendung

In der Medizin wird Natamycin gegen Candida- und Pilzinfektionen der Haut eingesetzt.